Cybersecurity in der Industrie

Michael

Kölling

CEO

Cybersecurity-Michael-Kölling-iDOOGmbH

Cyber Security ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor für Digitalisierung und KI in der Industrie. Dieser Artikel beleuchtet regulatorische Anforderungen wie NIS2 und den Cyber Resilience Act, moderne Sicherheitskonzepte und deren Umsetzung in vernetzten Produktionsumgebungen. Gerade bei Industrial IoT und Edge-Services bleibt entscheidend, dass die Datenhoheit jederzeit beim Unternehmen liegt. Lösungen wie iDOO zeigen, wie sich sichere, flexible und kontrollierte Digitalisierung von Anfang an umsetzen lässt.


Cyber Security ist in der Industrie machbar – und der Schlüssel für erfolgreiche Digitalisierung


Digitalisierung, Vernetzung und KI in der Industrie sind nicht nur möglich – sie sind ein enormer Wettbewerbsvorteil. Oft wird jedoch genau an dieser Stelle gebremst: „Was ist mit Cyber Security? Werden wir dann nicht angreifbar?“

Die gute Nachricht: Mit den richtigen Grundlagen ist Cyber Security in der Industrie sehr gut beherrschbar. Moderne Lösungen ermöglichen sichere Vernetzung, Datenanalyse und KI – ohne Angst, sondern mit klaren Regeln und Technologien.


1. Warum Cyber Security wichtig ist


Industrielle Anlagen sind heute stark vernetzt: Maschinen, Sensoren, Edge-Geräte, Cloud-Anwendungen, Remote-Service. Das bringt große Vorteile, aber auch Risiken:

  • Unbefugter Zugriff, z. B. auf Maschinensteuerungen oder sensible Produktionsdaten

  • Manipulation von Parametern, mit möglichem Qualitätsverlust, Ausschuss oder Schäden an Anlagen

  • Stillstand durch Ransomware oder Sabotage

  • Datendiebstahl, etwa von Produktionsrezepten, Prozess-Know-how oder Kundendaten

Vor allem in kritischen Infrastrukturen und der verarbeitenden Industrie sind die Auswirkungen enorm – von Produktionsausfällen bis zu Schadenersatzforderungen.

Im europäischen Raum gibt es zudem zwei Richtlinien, die berücksichtigt werden müssen:

  • NIS2-Richtlinie: Die NIS2-Richtlinie (Network and Information Security 2) ist der europäische Rechtsrahmen, der die Cybersicherheit in wichtigen Sektoren wie Energie, Transport, Gesundheitswesen und Teilen der Industrie erhöht. Damit wird Cyber Security vom „Nice-to-have“ zum verbindlichen Bestandteil der Unternehmensführung.

  • Cyber Resilience Act: Der Cyber Resilience Act (CRA) ist eine geplante EU-Verordnung, die Mindest-Sicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Komponenten festlegt – also z. B. IoT-Geräte, Software oder industrielle Steuerungstechnik.

Ziel ist, dass Produkte „secure by default“ beziehungsweise „secure by design“ sind.


2. Wie Cyber Security in der Industrie praktisch umgesetzt werden kann


Cyber Security ist kein abstraktes Konzept, sondern konkret umsetzbar – insbesondere durch einen klaren Architekturansatz und passende Komponenten.


2.1 Gesicherter Remote-Zugriff und Datenaustausch, z. B. über CRA-konforme Edge-Devices


Ein moderner Ansatz ist, die Produktion über sichere Edge-Devices zu verbinden, die als zentrales Sicherheits-Gate fungieren:

  • Segmentierung der Produktionsumgebung: Die OT-Welt (Maschinen, Steuerungen) wird klar von der IT- und Cloud-Welt getrennt.

  • Zentraler Einstiegspunkt: Alle externen Zugriffe und Datenflüsse laufen über ein Edge-Gerät mit definierten Sicherheitsregeln.

  • Verschlüsselte Verbindungen: Remote-Zugriffe erfolgen über sichere Protokolle, VPNs oder Tunneling mit starker Authentifizierung.

  • Policy-basierter Zugriff: Nur definierte Rollen und Dienste dürfen auf bestimmte Maschinen oder Daten zugreifen.

So wird Remote-Service und Datenaustausch möglich, ohne die Steuerungsebene unkontrolliert zu öffnen.


2.2 Datenhoheit beim Kunden: Wer bestimmt, welche Daten wohin gehen?


Ein zentraler Erfolgsfaktor für die Akzeptanz von Digitalisierung ist die Datenhoheit:

  • Der Kunde entscheidet,

    • welche Daten lokal bleiben, z. B. detailreiche Maschinendaten oder Produktionsrezepte,

    • welche Daten aggregiert nach außen gehen, z. B. Kennzahlen, OEE, Alarme oder Qualitätsdaten.

  • Sensible oder personenbezogene Daten können gefiltert, anonymisiert oder nur in aggregierter Form übertragen werden.

  • Rollen- und Rechtemanagement bestimmt, wer was sehen und welche Aktionen ausführen darf.

Mit einem durchdachten Datenkonzept wird Digitalisierung nicht zum Kontrollverlust, sondern zu einem Werkzeug, das genau im definierten Rahmen arbeitet.


2.3 Cloud oder On-Prem? Beides kann sicher sein


Viele Unternehmen fragen sich: „Ist die Cloud sicher genug?“

Die Realität heute:

  • Cloud-Betrieb ist sicher möglich, wenn moderne Sicherheitsmechanismen genutzt werden:

    • Verschlüsselung während der Übertragung und im Ruhezustand

    • Identity & Access Management

    • Zero-Trust-Ansätze

    • Monitoring und Auditing

  • Gleichzeitig bleibt ein On-Premise-Betrieb oft sinnvoll, etwa bei:

    • sehr strengen Compliance-Vorgaben

    • besonderen Latenzanforderungen

    • hochsensiblen Daten

Idealerweise unterstützt eine moderne Plattform beide Betriebsarten – oder hybride Modelle –, sodass Unternehmen den Grad der Auslagerung flexibel bestimmen können.


2.4 Security-by-Design: Sicherheit von Anfang an mitdenken


Statt im Nachhinein zu patchen, sollte Sicherheit bereits in der Konzeption stecken: Security-by-Design. Typische Merkmale sind:

  • Sichere Software-Architektur, z. B. Microservices und klare Trennung von Komponenten

  • Härtung von Systemen, also nur notwendige Dienste aktiv und Minimierung der Angriffsfläche

  • Standardisierte Protokolle, z. B. OPC UA mit Sicherheitsprofilen für industrielle Kommunikation

  • Rollenkonzepte und Multi-Faktor-Authentifizierung

  • Sicheres Update-Management mit signierten Updates und kontrollierten Rollouts

  • Monitoring und Logging von sicherheitsrelevanten Ereignissen

Für die Industrie bedeutet das: Die eingesetzten IoT-, Edge- und Remote-Lösungen bringen bereits ein Sicherheitskonzept mit. Betreiber müssen nicht bei null anfangen, sondern integrieren eine Sicherheitsarchitektur, die mitwächst.


3. Anbindung von alter Hardware über Connectoren – ohne alles zu erneuern


Ein häufiges Praxisproblem: In Produktionslinien arbeiten moderne Maschinen neben älteren Steuerungen, proprietären Protokollen oder Black-Box-Systemen.

Die gute Nachricht: Auch diese Anlagen lassen sich sicher einbinden, ohne die komplette Linie zu modernisieren.


3.1 Connectoren als Brücke


Spezielle Software- oder Hardware-Connectoren auf einem Edge-Device können:

  • Alte Protokolle sprechen, z. B. serielle Schnittstellen, proprietäre Feldbusse oder ältere Steuerungen

  • Daten lokal auslesen, vorverarbeiten, normalisieren und in standardisierte Formate wie OPC UA oder MQTT überführen

  • Zugriffe zentral absichern, obwohl die angeschlossene Alt-Hardware selbst keine modernen Sicherheitsfunktionen besitzt

Damit wird das Edge-Device zur sicheren Brücke zwischen alter OT-Welt und moderner IT- beziehungsweise Cloud-Welt. Die Produktion bleibt wie sie ist, wird aber digital sichtbar und steuerbar, ohne direkt exponiert zu sein.


4. Warum sich der Aufwand lohnt: Mehrwert durch sicheren Remote-Zugriff, Daten und KI


Cyber Security kostet Aufwand – aber der Nutzen sicherer Digitalisierung ist enorm.


4.1 Gesicherter Remote-Zugriff


  • Schnellere Fehleranalyse und -behebung: Service-Techniker und Experten können über gesicherte Zugriffe Diagnosen durchführen, ohne vor Ort zu sein.

  • Weniger Stillstandzeiten: Störungen lassen sich deutlich schneller identifizieren und beheben.

  • Effizientere Inbetriebnahme und Optimierung: Parameteranpassungen oder Softwareupdates lassen sich kontrolliert und sicher remote durchführen.


4.2 Bessere Nutzung von Daten


Sichere Datenströme sind die Basis für:

  • Transparente Produktion mit Dashboards, Kennzahlen, OEE, Durchsatz und Ausschuss

  • Prozessoptimierung, z. B. bei Parametereinstellungen, Materialeinsatz und Energieverbrauch

  • Automatisierte Dokumentation, etwa für Qualitätsnachweise oder Quality Passes

  • Trend- und Anomalieerkennung im Produktionsprozess

So werden Daten zu einem echten Wertschöpfungsfaktor, statt ungenutzt in der Steuerung zu verbleiben.


4.3 KI-gestützte Optimierung


KI und Advanced Analytics benötigen Daten – und eine sichere Infrastruktur, um diese Daten zu verarbeiten:

  • Predictive Maintenance: Erkennung von Anomalien, bevor es zu Ausfällen kommt

  • Qualitätsprognosen: KI-Modelle, die Einflussgrößen auf die Produktqualität erkennen

  • Automatische Handlungsempfehlungen: Unterstützung für Bediener oder automatische Regelungen

Mit einer sauberen, sicheren Datenbasis werden KI-Anwendungen gezielt und kontrolliert eingesetzt – nicht als Experiment, sondern als industrielles Werkzeug.


5. Was iDOO im Bereich Cyber Security bietet – und wie iDOO „secure by design“ umsetzt


iDOO ist ein B2B-SaaS-Startup der CiTEX-Gruppe und entwickelt datengetriebene Industrial-IoT-Lösungen speziell für die Kunststoffextrusion. Ziel ist es, Produktionsprozesse über Echtzeitdatenanalyse effizienter, stabiler und kostengünstiger zu gestalten.


5.1 Sichere Industrial-IoT- und Edge-Lösungen


Die iDOO-Lösungen verbinden Maschinen über intelligente Gateways und Edge-Services, die von Anfang an auf Secure-by-Design ausgelegt sind:

  • Sichere Anbindung von Maschinen über standardisierte industrielle Protokolle wie OPC UA und intelligente Gateways zu älteren Protokollen

  • Edge-Services als zentrale Sicherheits- und Datenknoten – mit Fokus auf geschützte Datenverbindungen und kontinuierliches Monitoring

  • Integration von Remote-Services und Echtzeitdatenzugriff, ohne die OT-Welt ungesichert zu exponieren

iDOO stellt damit nicht einfach nur Datenlösungen bereit, sondern bietet zugleich eine sichere Infrastruktur, um Produktionsdaten kontrolliert zu erfassen, zu analysieren und für Service und Optimierung zu nutzen.


5.2 Datenhoheit und flexible Architektur


Die Lösungen von iDOO sind so ausgelegt, dass Unternehmen:

  • selbst festlegen können, welche Daten genutzt und geteilt werden,

  • von datengetriebener Optimierung profitieren, ohne die Kontrolle über ihre Produktionsdaten zu verlieren.


5.3 Secure-by-Design als Prinzip


Sicherheit ist bei iDOO kein Add-on, sondern integraler Bestandteil des Lösungsdesigns.


Fazit: Cyber Security ist die Voraussetzung – nicht das Hindernis – für Digitalisierung und KI


Cyber Security in der Industrie ist kein Showstopper, sondern die Grundlage dafür, dass Digitalisierung, vernetzte Produktion und KI sicher und nachhaltig funktionieren.

Unternehmen, die jetzt auf sichere Architekturen und Secure-by-Design-Lösungen setzen, schaffen die Basis, um Digitalisierung nicht nur umzusetzen, sondern aktiv für ihren Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Cyber Security muss beachtet werden – aber sie ist machbar. Und sie eröffnet den Weg in eine vernetzte, intelligente Industrie.

About

Michael

Kölling

Michael Kölling is the Chief Executive Officer (CEO) at iDOO GmbH, bringing more than 25 years of experience in digital transformation and industrial innovation.